A majori ad minus

A majori ad minus (vom Größern auf's Kleinere) und umgekehrt a minori ad majus (vom Kleinern auf's Größere) schließen, sind unsichere Schlussarten, weil es gar nicht nothwendig ist, daß das, was an dem Einen angetroffen wird, auch am Andern stattfinde. Es müsste erst erwiesen sein, daß beide (das Größere und das Kleinere) einartig seien und daher im Wesentlichen einstimmen. Und doch könnten auch hier noch bedeutende Verschiedenheiten stattfinden, wie zwischen Erwachsenen und Kindern. Es wird also diese Art zu schließen nie volle Gewissheit, sondern immer nur nach den Umständen einen höhern oder niedern Grad von Wahrscheinlichkeit geben, weil sie auf einem Aehnlichkeitsverhältnisse beruht. Sie gehört daher zur analogischen Schlussart überhaupt. S. Analogie.


Allgemeines Handwörterbuch
der
philosophischen Wissenschaften,
nebst ihrer
Literatur und Geschichte.
Nach dem heutigen Standpuncte der Wissenschaft
bearbeitet und herausgegeben
von

D. Wilhelm Traugott Krug,
Professor der Philosophie an der Universität zu Leipzig und Ritter des K. S. Civil-Verdienstordens.
Zweite, verbesserte und vermehrte, Auflage.
Erster Band.
A bis E.
Leipzig:
F. A. Brockhaus.
1832.

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B43.K82 1970 v.1

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