A parte (vom Theile) wird gesagt, wenn man etwas bloß theilweise betrachtet, und zwar entweder a parte ante, dem vordern, oder a parte post, dem hintern Theile nach. Die Scholastiker trugen dieß auch auf Gott und die menschliche Seele über und sagten: Gott ist ewig sowohl a parte ante als a parte post, weil er weder Anfang noch Ende hat; die menschliche Seele aber ist nur ewig a parte post, weil sie einen Anfang, aber kein Ende hat. Ebendarum sagten auch Manche, die Vergangenheit sei eine Ewigkeit a parte ante, und die Zukunft eine Ewigkeit a parte post. -- Eine Reihe a parte ante durchgehn heißt soviel, als sie rückwärts oder aufsteigend durchgehn, a parte post also worwärts oder absteigend. Dort lernt man die vordern, hier die hintern Glieder der Reihe kennen. S. Reihe. Im Deutschen sagt man auch zuweilen durch Zusammenziehung etwas apart oder gar etwas Apartes haben; wo sich aber die Bedeutung verändert, indem man darunter etwas Besondres, Eigenthümliches oder Ausgezeichnetes versteht, was der Mensch gleichsam nur für seinen Theil hat. -- Wenn man a parte ad totum (vom Theile auf's Ganze) schließt: so ist dieß, wie die umgekehrte a toto ad partem (vom Ganzen auf den Theil) auch eine unsichere Schlussart. Denn Ganzes und Theile kommen nicht in allen Stücken überein. So hat under Körper im Ganzen wohl Empfindung, aber nicht alle seine Theile, wie die Haare. Indessen giebt die Schlussart doch immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit. Und wenn das Ganze eine Gattung von Dingen ist, die mehre Arten, oder eine Art, die mehre Einzelwesen unter sich befasst: so kann man ganz sicher vom Ganzen auf die Theile schließen, nur nicht von einzelen Theilen auf's Ganze. S. Geschlechtsbegriffe.