Aa, das Zeichen eines gedehnten a, welches erst in den spätern Zeiten, aber nur in einigen wenigen Fällen eingeführet worden, wovon ich die Ursachen in der Orthogr. Th. I, S. 240 entwickelt habe. Diejenigen, welche die Laute mit ihren Zeichen verwechseln, rechnen auch dieses a unter die Doppellaute. Siehet man aber, wie doch billig ist, bloß auf den Laut, so lässet es sich so wenig unter die Diphthongen zählen, als das ah und alle übrige gedehnte Vocale. Einige haben es wieder abschaffen wollen, weil man dessen Gebrauch in den ältesten Zeiten nicht findet; allein da es heut zu tage in einigen Wörtern, als Aal. Aas, Aar, Haar, Paar, Schaar, Quall, Saal u. s. f. überall angenommen ist, und das Alterthum an und für sich nirgends weniger Richter seyn kann, als in der Sprache: so würde solches eine so vergebliche als unnöthige Neuerung seyn. In der Verlängerung des Wortes wird dieses aa oft in ein gedehntes ä verwandelt, als Äser, quälen, Älchen, Härchen, Pärcheu u. s. f. In andern aber bleibt es, als die Aale, die Haare, haarig, paaren u. s. f. In den ausländischen Wörtern mach es zwey Sylben aus, als Aaron, Baal.
Das Stammhaus liegt in der Herrschaft Anderlecht (Brabant). Zur Zeit der spanische Kriege flüchtete ein Zweig dieses Geschlechts nach Stade und Hamburg und wurde daselbst seßhaft.
[Altes und neues aus dem Herzogthum Bremen und Verden II. 232. --Frhr. v. Krohne I. 2. -- Gauhe II. 1. -- Siebmacher IV. 23 -- v. H.]
Aa, weiblich, altd., Seetaktik. Name vieler, teils schiffbarer Flüsse im ganzen niederdeutschen Sprachgebiet von Flandern bis Ostpreußen und im Osten noch weiter bis Livland; nur in Holstein ist Au dafür üblich, in Jütland dagegen wieder Aa allg. [Uraltes gemeindeutsches Wort, gotisches ahwa, altnord. â, altengl. eá, althochdeutsches aha (noch in Flußnamen Süddeutschlands, wie Ach, Acha, Ache erhalten), einen Wasserlauf bezeichnend, in Urverwandtschaft zu lateinisches aqua. Die holsteinische Form zu beruht auf einer Weiterbildung des alten Worte.]