Aar.

Aar, (Ahr) die Grafen von.

Siegebald, erster Graf von Aar, lebte um das Jahr 930. Mit Ansehn und Macht begabt, verwalteten die Grafen von Aar schon unter den fränkischen Königen den Eifelgau. Sie zerfielen in die Linien der Aar von Aar und in die von Aar-Hochstaden. Dietrich von Aar war 1126 Klostervoigt zu Steinfeld. Sein Enkel Herrmann gelangte zu der hohen Würde eines Ober-Voigtes der Cölnischen Kirche. Er, wie sein älterer Bruder Dietrich, starben ohne Leibeserben, daher sein jüngster Bruder Ulrich in den Besitz sämmtlicher Burgen und Güter kam. Im Jahre 1313 starben von seinen letzten Nachkommen Dietrich und Otto, der erstere kinderlos, und seine ansehnlichen Besitzungen gelangten an Klöster und Kirchen. Von dieser Zeit an schrieben sich die Grafen der Ottonischen Linie Aar: Neuen-Aar nach einem neu erbauten schönen Schlosse. Sie waren Erbhofmeister des Erzstifts Cöln. Aber auch dieser Ast erlosch 1589 mit Adolph von Neuen-Aar, und das Erbhofmeisteramt ging an die Manderscheid Blankenheim über. Ein jüngerer Bruder des oben erwähnten Grafen Dietrich, Gerhard, hatte die Linie Aar-Hochstaden gestiftet, er war Ober-Klostervoigt von Prüm. Sein Sohn Gottfried wurde 1191 Abt von Prüm, sein Enkel Conrad Erzbischof von Cöln und seine Schwester Hymana Aebtissin des adeligen Nonnenklosters Walpurgis, Elisabeth aber Aebtissin zu St. Thomas in der Eifel. -- Mit Friedrich erlosch schon um das Jahr 1120 dieser Ast des mächtigen reichen Stammes der Aare und Hochstaden. Mit allen Schlössern und Vasallen vermehrte das grosse Besitzthum die Güter der Kirche zu Cöln, selbst die Prümer Lehngüter wurden dazugezogen, und Albrecht, römischer König, stellte noch im Jahre 1299 eine Bestätigungs-Urkunde darüber aus. Schannat I. Bd 1. Abthl. S. 122-125.


Aar, (Ahr) von d.

Ein adeliges Geschlecht in der Eifel, welches die Burg Aar besass, nach und nach bedeutende Besitzungen erwarb, und durch Heirath auch zum Besitz der Burg und Herrschaft Antweiler gelangte. Johann von die Aar wird als Erbvoigt von Antweiler genannt. In der Gegenwart besitzt M. v. Ahr, der letzte seines Geschlechts, die obere Burg Lissingen. Das Wappen derer von Aar besteht in einem rothen Schilde, in dem sich zwei Rosen und unter denselben ein goldner Stern mit sechs Spitzen befindet. Auf dem Helme steht ein rother Aar mit ausgebreiteten Flügeln. So giebt dieses Wappen auch Siebmacher, unter den Cölnischen Patriciern, 5. B. S. 302.


Neues Preussiches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten von den in der preussichen Monarchie ansässigen oder zu derselben in Beziehung stehenden fürstlichen, gräflichen, freiherrlichen und adeligen Häusern, mit der Angabe ihrer Abstammung, ihres Besitzthums, ihres Wappens und der aus ihnen hervorgegangenen Civil - und Militärpersonen, Helden, Gelehrten und Künstler; bearbeitet von einen Vereine von Gelehrten und Freunden der vaterländischen Geschichte unter dem Vorstande des Freiherrn L. v. Zedlitz-Neukirch.
Leipzig,
1842.

Rutgers University Libraries
CS617.N48 1842 v. 1

Der Aar, des Aaren, plur. die Aaren, (nicht Aare), eine sehr alte Benennung aller großen Raubvögel, und besonders des Adlers, welche heut zu Tage noch meisten in Niedersachsen üblich ist.

So wie der Aar das Huhn, der Hecht die Gründel frißt. --Opiß
Bald werdet ihr im Meer der Hayen, am Gestade Der Aaren Beute seyn. -- Naml.

Anm. Frisch und Wachter haben die Übereinstimmung dieses Nahmens in den ältern und neuern Sprachen sehr gut gezeiget, daher ich hier weiter nichts hinzu seßen will, als das ér noch jeßt in Bretagne einen Adler bedeutet, und daß die erste Hälfte des Latein. Aruspex vermuthlich auch hierher gehöret, so wie die leßte, Hälfte zu dem Geschlechte des alten spähen gerechnet werden kann.


Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart,
mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten,
besonders aber der Oberdeutschen
von Johann Christoph Adelung
Leipzig
Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und Compagnie.
1793

Rutgers University Libraries
PF3620.A4 1793a v.1

Omnipædia Polyglotta
Francisco López Rodríguez
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