Volkssagen

aus dem Lande Baden

und den

angrenzenden Gegenden.

Gesammelt und herausgegeben

von

Bernhard Baader.

Karlsruhe.
Verlag der Herder'schen Buchhandlung.
1851.





Vorbericht.


Einen gro�en Theil der nachstehenden Sagen habe ich bereits in den Jahrgängen 1835--39 von Mone's �Anzeiger f�r Kunde der deutschen Vorzeit� ver�ffentlicht. Von da sind sie, ohne mein Zuthun, in verschiedene Werke (besonders in A. Schnezler's �Badisches Sagenbuch�) �bergegangen, h�usig mit alten oder neuen Druckfehlern, h�usig mit unpassenden Aenderungen. Ich gebe sie jetzt in ihrer �chten Gestalt, mit einer Menge Berichtigungen und Erg�nzungen, wieder und f�ge eine noch gr��ere Anzahl neugesammelter hinzu. Die ganze Sammlung ist bis auf Weniges aus m�ndlicher Ueberlieferung gesch�pft, und jede andere Quelle am geh�rigen Orte angegeben. Da� manche bekannte Wunder- und Zaubergeschichten, so wie verschiedene Geistererz�hlungen fehlen, r�hrt daher, weil nicht bew�hrte Begebenheiten, sondern nur eigentliche Sagen (und zwar mit aller Treue) mitgetheilt werden sollen. Ihre Eintheilung und Zusammenstellung habe ich nach Gegenden gemacht, und dabei diejenigen, deren Oertlichkeit unbestimmt ist, dahin gesetzt, wo sie im Umlaufe sind.

Mehreren zuf�llig aufgefundenen Sagen aus entferntern Theilen Deutschlands ist am Ende der Sammlung ein Platz geg�nnt woden.

Zum Schlusse w�nsche ich, da� mein Buch (welches nur f�r Erwachsene, durchaus nicht f�r Kinder, ist) den Lesern eben so viel Freude machen m�ge, als mir seine Zusammentragung und Abfassung w�hrend zwanzig Jahren verursacht hat!

Karlsruhe, den 26. Oktober 1850.

Der Verfasser.






Inhaltsverzeichni�




Seite
1.Kirchenentheiligung bestraft1
2.Das Kruzifix bei der Meinau1
3.Goldk�fer werden zu Goldst�cken1 2
4.Die Stegstrecker2
5.Poppele neckt einen M�ller2 3
6.Die Gr�ndung des Klosters Rheinau3 4
7.Bestrafte Mummerei4
8.Schatz und Spuk im Schlosse Homburg4 5
9.K�hner Sprung5 6
10.Gespenst bei Schwaningen6
11.Geist zur Ruhe gebracht7
12.Dankbare Schlange7 8
13.St. Blasiens Reichthum8 9
14.Ursprung der Todtmooser Wallfahrt9 10
15.Die Holzbeuge11
16.Kind dem Teufel verschrieben11 12
17.R�uber gebannt12 13
18.Der M�hlknecht und die Hexen13 14
19.Selbstm�rder geh�rt nicht in geweihte Erde14 15
20.Drei heilige Schwestern15 16
21.Unke in Geld verwandelt16
22.Der See bei Eichen17
23.Erdleute17 18 19
24.Fu�stapfen im Felsen19
25.Schwarzer Mann will erl�s't werden19 20
26.Das unbekannte M�dchen20
27Sch�nenberg20 21
28.Heilige Spuren21
29.Die Schlacht bei Sch�nenbuchen22
30.Nonnenmattweiher22 23
31.Die Maus23 24
32.Hexenversammlung verscheucht24 25
33.Versetzter Gr�nzstein26
34.Kohlen werden zu Geld27
35.Der Hapsperger27 28 29
36.Die wei�e Jungfrau und der Schustergesell29 30 31
37.Beilwurf31
38.Das M�nsterthal32
39.Kuchenh�nnsle (K�chenhannes)32 33
40.Die Stadt Kems und das versunkene Heer33 34
41.Der Hunnenf�rst mit dem goldenen Kalb34
42.Die zwei Nonnen zu Kirchhofen35
43.Fronfastenweiber35 36
44.Umgehende Feldmesser36
45.Spine nich um Mitternacht36 37
46.Das Brunnenbecken zu St. Ulrich37 38
47.Umgehende M�nche38 39
48.Der Titisee39 40
49.Das Uebelthal40 41 42
50.Spuk und Schatz beim Bankenbrunnen42 43 44
51.Stiftung des Heiligenhauses dei Ebnet44
52.Das Bild am Schwabenthor zu Freiburg44 45
53.Silbergl�ckchen45 46
54.Das Nonnenbild am Freiburger M�nster46
55.Maria hilft46 47
56.Hexen in Freiburg47
57.Die Christnacht47 48
58.Stadtthier48
59.Kruzifix senkt das Haupt48
60.Mach Maria's49
61.Das M�dchenkreuz49 50
62.Hexe als Hase50
63.Die Goldgrube bei Z�hringen50 51
64.Brod wird zu Schlangen und Kr�ten51 52
65.Billeisen52 53
66.Der Brautbrunnen53 54
67.Die Hochburg54 55 56
68.Heiligkeit des Sonnabends (Sonntags)56 57
69.Hexe entdeckt57 58 59
70.Behextes Butterbrod59 60
71.Der Nebelmann60 61
72.Suggenthal61 62 63
73.Schatz und Spuk auf der Burg Schwarzenberg63 64
74.Glocke zu Waldkirch64 65
75.Hexe als Schwein66 67
76.See im Kandel67
77.Der Kandelsee soll losgelassen werden67 68
78.Christoffelsgebet hilft zu Gelde68 69
79.Der Landenberger69 70
80.Die sieben Frauen zu V�hrenbach70 71
81.Der lange Fasching72
82.Romeias72 73 74
83.Heu und H�ckerling in Geld verwandelt75
84.Geld im Warenbach75
85.Die Glocken von St. Georgen76 77
86.Althornbergs Untergang77
87.Teufelstritt77 78
88.Bergm�nnlein im Gutachthal78 79
89.Seltsame Fahrt79 80
90.Der wei�e Mann und der Bauer80 81
91.Mordthat offenbart81 82
92.Bergm�nnlein82
93.Teufelstein82 83
94.St. Jakob bei Wolfach84
95.Spuk und Schatz bei Wolfach84
96.Benau84 85 86
97.Warnungszeichen86
98.Der Schlangenhof86 87
99.Seem�nnlein87 88
100.Gespenst bei den Hagenb�cher H�fen88 89
101.Schatz auf dem Hausacher Schlosse89
102.Gallus im Harmersbacher Thal89 90
103.Die Juden im Geisterschlo�90 91 92
104.Verhexter Mund93
105.Geld, durch das Christoffelsgebet beigeschafft93 94
106.Geist als Schlange94 95
107.Hexenbutter96 97
108.Geizhals in Kippenheim97 98
109.Mi�lungene Erl�sung98 99
110.Das Kruzifix zu Wittenweier99
111.Hexenversammlung verjagt100
112.Das Bruderthal100 101 102 103
113.Das Kruzifix auf dem Lahrer Kirchhofe103
114.Schatz bei Friesenheim104
115.Belauschen der Hexen104 105
116.Verw�nschte Prinzessinnen105 106 107 108 109
117.Der J�ger und die Hexe109 110 11
118.Kraft des Johannessegens111 112 113
119.R�uberischer Einfiedler113 114
120.Der bekehrte Ritter114 115
121.Gespenstiger Franziskaner115 116
122.Maria Schnee zu Weingarten116
123.Verfahrner Sch�ler117
124.Schatz bei Durbach117 118
125.Geld sonnt sich118
126.Wetter machen118 119
127.Zauberb�chlein119
128.Steinernes Bett119 120
129.Teufelstein120 121
130.Mi�klungene Hexerei121 122
131.Marienbild neigt das Haupt122
132.Die Stra�burger M�nsteruhr123
133.Der Wiedert�ufer und sein Gott123 124
134.Das Mariabild bei der Lindenkirche124 125
135.Hexenbutter125 126
136.Alp126
137.Beine werden zu Geld126
138.Ausgelieferter Schatz127
139.Luftritt127
140.Die Kr�te128
141.Schuhwechsel128
142.Die Iburg128 129 130
143.Lichtenthals Gr�ndung vorhergesagt130
144.Todesvorzeichen131
145.Lichtenthal von Heiligen besch�tzt131
146.Maria-Brunn zu Baden131 132
147.Das Kruzifix auf dem Kirchhofe zu Baden132 133
148.Gespenst lies't Messe133 134
149.Versunkene Kutsche134
150.Das verlorne Kind134 135
151.Das alte Schlo� zu Baden135 136 137 138 139 140
152.Sch�tze und Spuk auf der burg Alteberstein140 141
153.Niesen im Wasser142
154.Schlage deine Mutter nicht142 143
155.Die Hauenebersteiner Glocke143
156.Todtenfahrt143 144
157.Der Kiesel144
158.Das Rockertweibchen144 145 146
159.Teufelsm�hle146
160.Der Grafensprung147
161.Der finstere Klingel147 148
162.Feuriger Mann148
163.Das Kreuz mit dem Kegel148 149
164.Brunnenverderber149
165.Gaggenaus Name149
166.Betr�gerische Walderwerbung149 150
167.Kuppenheim150 151
168.Hexenversammlung verscheucht152
169.Hexe f�llt aus der Luft152
170.Der R�tterer Berg bei Rastatt152 153 154 155
171.Begl�ckter Langschl�fer155 156
172.Heiligkeit des Sonntags156
173.Muckensturm157
174.Frauenalb erh�lt einen Schatz157
175.Marxzell158
176.Umgehende Feldmesser158 159
177.Gespenstiger Bube159
178.Licht auf dem Stocke159
179.Der todte Mann159 160
180.Sch�llbronns Name161
181.Geist erl�s't161
182.Barbara161 162 163
183.Werth der Barbarakirche163 164
184.Sch�tze und Geister in der Barbarakirche164 165 166 167 168 169 170 171 172
185.Gespenst f�hrt irre172 173
186.Burgstadel173 174 175
187.Glocke gefunden176
188.Streit zwischen Ettlingen und Frauenalb176 177
189.Der Ring am Ettlinger Kirchthurm178
190.Der Br�ckleinb�cker178 179
191.Das Schatzw�ldchen179 180
192.Gespenstige Nonne181
193.Ameisen in Geld verwandelt181
194.Beiertheims Ursprung181 182
195.Die beschirmte Krone182
196.Das M�hlburger Schlo�182 183
197.Schatz zu Knielingen183
198.Der Jungfernsprung bei Dahn184
199.Vergeltung184
200.Karlsruhe's Ursprung und Name184 185 186
201.Wei�e Frau schl�gt eine Wache nieder186
202.Geisterkirche186 187
203.Kunde aus der andern Welt203
204.Hexenw�sche187 188
205.Spukerei bei der hohen Ruhe188 189
206.Vorhersagung �ber das Jahr 1832189 190
207.Vorhersagung190
208.Spukerei auf der Landstra�e von Karlsruhe nach Durlach190 191 192
209.Die Kirche von Hagsfelden193
210.Durlachs Name193
211.Der schraubenf�rmige Flintenlauf194
212.Gespenst in der Mauer194 195
213.Schwarzes Gespenst will erl�s't sein195 196
214.Kirschkerne werden zu Geld196 197
215.Der Thurmberg bei Durlach197 198 199 200 201 202 203 204 205
216.Die Gr�ffnung des Bing'ner Lochs205
217.Das Kreuz mit dem Sech206
218.Umgehende Milchfrau206 207
219.Wolfartsweier207 208 209
220.Der Schlo�berg bei Wolfartsweier209 210 211 212 213
221.Das Mittagsgel�ute in Gr�nwettersbach213 214
222.Pfarrer Maier214 215 216
223.Hexe als Katze216 217
224.Feuriger Mann217
225.Der Schatz zu Gr�tzingen218 219
226.Schneckeng�user in Geld verwandelt220
227.Feurige Kutsche220 221
228.Nu�schalen werden zu Geld221
229.Versetzte Gr�nzsteine221 222
230.Verfahrner Sch�ler222 223 224
231.Erdmannskuchen224 225
232.Freigebiges Erdm�nnlein225
233.Umgehende Feldmesser225 226
234.Versetzter Gr�nzstein226
235.Schatz dem Teufel anvertraut227 228
236.Teufelskutsche228 229
237.Here entdeckt229
238.Das Dorfthier229 230
239.Kind vom Teufel geholt230
240.Feuriger Mann230 231
241.Schatz und Spuk bei Siehdichf�r231 232
242.Junker Marten232 233
243.Marten's Schatz233 234 235
244.B�renthal235
245.Grasgarten verw�nscht236
246.Begl�cker Schatzgr�ber236
247.Bestrafter Sakramentsch�nder236 237
248.Heidenkeller237 238 239
249.Das Eisinger Loch239 240
250.Das Pforzheimer Kruzifix240
251.Unverbrennliches Haus241
252.Die unbekannten Kapuziner241 242
253.Der Bierk�nig242 243
254.Der dicke Amtmann243 244
255.Bohnen in Gold verwandelt244 245
256.Schatz versinkt beim Sprechen244 245
257.Zwetschgenkerne werden zu Geld245
258.Die Spieleiche245
259.Regenbogensch�sselchen245
260.Geist erl�s't246 247
261.Schatz bei Dietlingen247
262.Der Bildstock bei Wei�enstein247 248 249
263.Gespenstige Nonnen249
264.Sch�tze und Spuk auf den Wei�ensteiner Burgen250
265.Spuk auf Kr�heneck251
266.Die Enzjungfrau251 252
267.Freij�ger252 253
268.Blechschnitzel in Geld verwandelt254
269.Doppelte Gestalt254 255 256
270.Stimme vom Himmel256
271.Die Kn�pfleintage256 257
272.Schlimmer F�hrer257 258
273.Der Nimmersatt259
274.Dieb vom Blitz erschlagen259
275.Der Graf su Liebenstein259 260
276.Verungl�ckte Br�utigamsschau260 261
277.Flachsbollen in Gold verwandelt261 262
278.Gaukler262
279.Hexe ist ewig verloren263
280.Der Schuster und das Gespenst263 264 265 266
281.Zauberbuch266
282.Das verlorne Schriftenheft266 267
283.Hexe entlarvt267 268
284.Umgehender Amtmann268 269
285.Das Fr�ulein zu Sch�nenburg269
286.Die Eierleger270 271
287.Die Glocke von Berndsweiler (Bernhardsweiler)271
288.Heiligkeit des Feiertags271 272
289.Einkehr des w�thenden Heeres272 273
290.Kobold273 274
291.Wein in der Burg Weibertreue274
292.Riesenkirche274
293.Ein Metzger verkauft Hundfleisch274 275
294.Hexe in Heilbronn275 276 277
295.Das Vogelnest277 278
296.Der Ottilienberg bei Eppingen278 279
297.Die gro�e Glocke zu Eppingen279 280
298.Gespenst ins Haus gebracht280
299.Tanz in der Fasten280 281
300.Die �bel belohnte Hexe281
301.Kind dem Teufel verschriebenD>281 282 283 284
302.Die N�herin und der Teufel284 285
303.Die alte Kirche bei Gochsheim285
304.Arbeit in der andern Welt286
305.Schatz zu Flehingen286 287
306.Hexe ist ewig verloren287
307.Gespenst pfl�gt287 288
308.Das H�ndlein von Bretten288 289
309.Mildth�tiges M�nnlein289
310.Der Michelsberg bei Untergrombach289 290
311.Der entheiligte G�rtel290
312.Mi�lungene Teufelsberufung291
313.Die kleine F�rstengruft291 292
314.Geistermesse292
315.Kohlen werden zu Gelde292 293
316.Das geopferte Wachslicht und Brod293
317.Teufelskutsche293 294
318.Feuriger Mann294
319.Heiligkeit des Dreifaltigkeitssonntags294
320.Wunderbare Erscheinung bei Kirlach294 295 296
321.Ermahnung zur Bu�e296 297
322.Wagh�usel's Ursprung297 298
323.Schatz und Spuk bei Wiesloch299
324.Teufelsbeschw�rer299 300
325.Der G�nsberg300
326.Der Kornwucherer300 301
327.Dreis��iger Hase301
328.Behextes Kind301 301
329.Das Steinbild am Schwtzinger Schlosse302 303
330.Fl�mmchen leuchtet um Lohn303
331.Hexen als Katzen303
332.Heimliches Gericht304 305
333.Hexentritt305
334.Spukerei im Schlo� und Schlo�garten zu Mannheim305 306
335.Die feurige Kutsche und der Trappgaul306 307
336.Die Hexe und der M�hlknecht307 308
337.Hexen-Gewitter308
338.Weinaus den Brunnen308 309
339.Die Todten wollen begraben sein309
340.Schatz bei Weinheim309 310
341.Der Kreuzberg310
342.Der Schlangenstein310 311
343.Der Eichelstein311 312
344.Gespenstiger Fuchs312
345.Falscher Eid312 313
346.Wilde Leute313
347.Das �ble Wasser313 314
348.Stand der Arche314
349.Glocke l�utet von selbst314 315
350.Ein Kind rettet Ladenburg315
351.Der Heiligenberg bei Heidelberg315 316 317 318
352.Riesenstein318
353.Das Heidelberger Schlo�318 319
354.Hand w�chs't aus dem Grabe319
355.Geisterkirche319 320
356.Heiligkeit des Sonntags320
357.Reiter ohne Kopf320 321
358.Gespenstiger Hund321
359.Wei�e Frau321 322
360.Wunderbar bl�hende Lilien322 323
361.Der Mtzger bei der Hexenversammlung323 324
362.Die Sackbrenner324
363.Wasserfr�ulein324
364.Das Gnadenbild zu Neckarm�hlbach324 325
365.Der Schneider im Gei�fell325
366.Die Burg Boxberg325 326 327
367.Doktor Faust zu Boxberg327 328
368.Warum der Schillingstadter Schulz zu sp�t vor Amt k�mmt328 329
369.W�lfingen329 330
370.Der Teufel holt die Braut330 331
371.Die Gr�ndung der Wolfgangskapelle bei Distelhausen331
372.Der Schimmelesreiter331 332
373.Der Bildstock mit der N�herin332
374.Die Riesenkirchlein332 333
375.Die Riesen und die Menschen333
376.Buchens Hochmuth und Strase333 334
377.Die Lappe334
378.Die J�rgenburg334 335
379.Der Marsbrunnen335 336
380.Die K�lner Wallfahrt nach Walld�rn336
381.Der Ursprung der Schneeberger Wallfahrt336 337
382.Die Entstehung der Amorsquelle337
383.Die Zerst�rung des Klosters auf dem Gotthardsberge338 339
384.Sch�tze und Spukerei auf dem Gotthardsberg339 340
385.Schwedische Grausamkeit341
386.Die gemiedene Kanzel341
387.Heunen am Main341 342 343
388.Die Muttergottes am Wasserstein343 344 345 346
389.Spukerei an der Miltenberger Ueberfahrt346 347
390.Strohm�nnlein347
391.Wandelndes Feuer347 348
392.Der Ankerstein mit dem Goldring348
393.Freij�ger348 349
394.Die Burg Prodselten349 350 351
395.Werth der Aub351
396.Die Kapelle im Ha�locher Thale351 352
397.Das Wertheimer Bergschlo�353 354 355
398.Der K�rlesgarten355
399.Doktor Luther in Wertheim356
400.Die �hnlichen Frauen356
401.Der Hirsch zu Wertheim356 357
402.Spukender Feldschieder357
403.M�nnlein zeigt einen Schatz357 358
404.Das Schaf f�ngt den Wolf358
405.Die Wettenburg358 359 360 361
406.Die Leiten361 362
407.Der Klopfer362
408.Der Sichelesacker363
409.Sch�tze in und bei Reicholzheim363 364
410.Die Kreuze bei Reicholzheim364 365
411.Feuriger Mann leuchtet365 366
412.Feuriger Mann366
413.Die Gr�nung der Abtei Bronnbach366 367
414.Feuriger Mann367 368
415.Der sch�tzende Stein368
416.Br�utigamsschau368 369
417.Spinne nicht im Mondschein369
418.Wein aus dem Brunnen369
419.Kohlen werden zu Geld370
420.Schatz in der Gamburger M�hle370
421.Lachen bringt um den Schatz370 371
422.Fr�hmesse soll nicht eingehen371
423.Feuriger Mann371
424.Hexenbeil371 372
425.Besuch der H�lle372
426.Geist erl�s't372 373
427.Die Gr�ndung des Kosters Holzkirchen373
428.Der Kaperhannes373 374
429.Nachgeholte Wallfahrt374 375
430.Der Bildstock bei Rothenfels am Main375 376
431.Seuche und Heilmittel vorher verk�ndet376
432.Schatz auf der Karlsh�he376 377
433.Einsiedel377
434.Der Guckenberg377 378
435.Seifriedsburg378 379 380
436.Schatz bei Wolfsm�nster380
437.Die Spinnmagd380 381
438.Schatzgr�ber381 382
439.Feuriger Mann382
440.Gespenst durch Fluchen vertrieben382 383
441.Weizen in Gold verwandelt383
442.Euerdorfs Benennung383
443.Maria-Sondheim384
444.Arnstein wird gegen Feuer gesichert384 385
445.Die Karlstadter Silberglocke385
446.Geisterkirche385 386
447.Die Karleburger Kirschen386
448.Geist erl�s't386 387
449.H�hnernest im Schenkenthurm387
450.Haseln�sse werden zu Geld387 388
451.Schatz zu Bell388
452.Die geopferte Wachskerze388
453.Mariabild offenbart verstecktes Feuer389
454.Das Kartenwappen389
455.Christus-Bild zu W�rzburg389
456.Stift Haug389 390
457.Das Juliusspital unter h�herer Obhut390 391
458.Gespenstiger Pudel391
459.Goldmacher391
460.Unvertilgbarer Blutflecken392
461.Kraft des englischen Gru�es392
462.Heilige Fu�stapfen392
463.Das Gimaul393
464.Heidingsfeld's Gr��e und Name393 394
465.Der goldene Kelch und das Niesen394
466.Schwarzer Mann394 395
467.Gespenst in den Krug gebannt395
468.Der J�ger und das Hennekalb395 396
469.Kruzifix bei R�ttingen396
470.Begl�ckte Faulenzerin396
471.Kohlen in Geld verwandelt396 397
472.Das Bild der heiligen Ottilie zu Pfahlenheim397
473.Schatz in Marktbiebert397
474.Schatz bei Kitzingen398
475.Kohlen werden zu Geld398
476.Gespenst in der Mette398 399
477.Die Erbauung des Klosters Ebrach399
478.Der Riese zu Ebrach399 400
479.Ebrachs Reichthum400 401
480.Katze vertreibt den Feind401
481.B�ckerjunge k�mmt in den Kaiser-Karls-Berg401 402 403
482.Abendgl�ckchen403 404
483.Maria l��t sich nicht verspotten404
484.Teufelswald404 405 406
485.Herzoginstand406 407
486.Frau H�tt407
487.Der get�uschte Teufel407 408 409
488.Wein aus der Kunitzburg409
489.Schatz bei Gotha410
490.La� die Todten ruhen411





1.

Kirchenentheiligung bestraft.

Nachdem die Johanniskirche in Konstanz eingegangen war, wurde sie als Stall ben�tzt. Aber alles Vieh ging darin zu Grunde, namentlich wurden den Gei�b�cken Nachts von unsichtbarer Macht die H�lse umgedreht. Da h�rte man auf, die Kirche als Stall zu gebrauchen.

2.

Das Kruzifix bei der Meinau.

Nachdem die Schweden die Insel Meinau in Bodensee eingenommen hatten, luden sie das Kruzifix und die beiden Sch�cher von Erz, welche n�chst der Insel im See standen, auf einen Wagen mit zwei Pferden und fuhren damit fort. Am Berg von L�tzelstetten hielt der Wagen und war nicht mehr von der Stelle zu bringen, obgleich die Schweden zuletzt zw�lf Pferde daran gespannt hatten. Sie lie�en ihn nun mit seiner Ladung, aber ohne die Bespannung, stehen, worauf Bauern ihn mit zwei Pferden ganz leicht zur�ckf�hrten und das Kruzifix nebst den Sch�chern am vorigen Platz wieder aufstellten.

3.

Goldk�fer werden zu Goldst�cken.

Am Morgen des Charfreitags kam ein Mimmenhauser M�dchen zu einem Nu�baum, in dessen hohlem Stamm eine Menge Goldk�fer umherkroch. Weil sie so sch�n gl�nzten, nahm sie eine Handvoll in ihre Sch�rze und rief einer Frau in der N�he, herbeizukommen und die pr�chtigen K�fer im Baum zu sehen. Da waren dieselben im Augenblick verschwunden, und als das M�dchen der Frau die K�fer in ihrer Sch�rze zeigen wollte, hatte sie, statt ihrer, gro�e, alte Golst�cke darin.

4.

Die Stegstrecker.

Den Andelsbach bei Pfullendorf mu�te man lange Zeit durchwaden, weil diese Reichsstadt mit dem benachbarten Gebietsherrn sich nicht �ber den Kostentheil vereinigen konnte, welchen er am Stegbau �bernehmen sollte. Nachdem man endlich damit im Reinen war, wurde der Steg gebaut, aber, als er fertig, zu kurz befunden. Da lie� der Stadtrath ihn in's Wasser legen, um ihn aufzulockern, und nachher an dessen beiden Enden L�cher bohren. An diese spannte man dann die Epitalpferde, je vier an ein Ende, und trieb sie nach entgegengesetzten Richtungen, um den Steg in die L�nge zu dehnen. Dies hatte aber keinen anderen Erfolg, als da� es den Pfullendorfern den Namen Stegstrecker verschaffte, welchen sie bis jetzt noch nicht verloren haben.

in ihrer Sch�rze zeigen wollte, hatte sie, statt ihrer, gro�e, alte Golst�cke darin.

5.

Poppele neckt einen M�ller.

Zu einem M�ller aus Radolfzell, welcher Abends vom M�hringer Fruchtmarkt heimfuhr, kam unter der Burg Hohenkr�hen ein schlechtegekleideter Wanderer und hat, ihn bis Singen mitzunehmen, was ihm auch bewilligt wurde. Kurz vor Singen mu�te der M�ller absteigen, wobei er mit Schrecken inne ward, da� der Geldgurt, den er um den Leib hatte, ganz leicht und leer geworden sei. Voll Verdacht blickte er auf den Wanderer, der neben ihm gesessen; aber derselbe sagte ganz gleichg�ltig: �Ich habe das Geld nicht; geht einmal zur�ck, vielleicht findet ihr es wieder.� Da schaute der M�ller um und sah, beim Mondlicht, vor sich auf dem Weg einen Thaler liegen; unweit davon fand er einen zweiten und einige Schritte weiter einen dritten. Hier�ber lachte der Wanderer laut auf, stieg vom Wagen und verlie� den M�ller. Nun merkte dieser, da� er es mit Poppele, dem Spukgeist von Hohenkr�hen, zu thun habe; schnell stellte er sein Fuhrwerk in Singen ein und ging suchend auf der Landstra�e eine Stunde weit zur�ck. Nach und nach fand er alle seine Thaler, den letzten, Morgens um f�nf Uhr, an der Stelle, wo er den Poppele auf den Wagen genommen hatte.

6.

Die Gr�ndung des Klosters Rheinau.

Als noch auf dem Platze, wo jetzt Schaffhausen liegt, nur ein Kloster und eine Schiffl�nde waren, fischte einst dort im Rhein ein reicher, vornehmer Edelmann. Dar�ber schl�frig geworden, lenkte er den Nachen, worin er allein war, in eine Bucht, legte sich in ihm nieder und schlummerte ein. W�hrend er so im Schlafe lag, wurde der unbefestigte Kahn von den Wellen allm�lig aus der Bucht in die Str�mmung des Flusses gesp�lt, und nun ging es mit ihm schnell und stets schneller dem Rheinfall zu. Der Edelmann schlief noch immer und erwachte selbst dann nicht, als er mit dem Nachen den gr��lichen Fall hinabgerissen wurde. Als er die Augen aufschlug, lag der Kahn, unbesch�digt wie er, eine Stunde unterhalb des Rheinfalls am einsamen Ufer. Da erkannte der Edelmann, was mit ihm geschehen und wie er wunderbar von Gott erhalten worden. Zum Dank hierf�r stiftete er am letztern Ort ein reiches Kloster, welches die noch bestehende Benediktinerabtei Rheinau ist.

7.

Bestrafte Mummerei.

Im Dorfe Unter-Rifferswil, im Kanton Z�rich, vermummte sich am Fastnachtsabend ein kecker Bursch als Teufel und lie� sich so von seinen Genossen im Schlitten umherziehen. Da kam der wirkliche Teufel, ergriff ihn und f�hrte ihn auf immer hinweg.

8.

Schatz und Spuk im Schlosse Homburg.

Nicht weit vom Zusammensflu� der Wutach und Schl�cht stand vor Zeiten das Schlo� Homburg, von dem jetzt nur noch wenig Gem�uer �brig ist. In dem Schlosse haus'te ein Ritter, welcher aus Kirchen und Kl�stern einen gro�en Schatz zusammenraubte und ihn in den unterirdischen Gang verbarg, der von der Burg auf das Schlo� K�ssaberg f�hrte. Dort liegt derselbe noch heute in den H�hlen der Teufelsk�che, und alle hundert Jahre erscheint in der Fastenzeit die Tochter des Ritters, um jemand zu finden, der den Schatz hebe und dadurch sie und ihren Vater erl�se. Sie ist ein wundersch�nes Seefr�ulein mit goldgelben Haaren, nach den Einen ganz wie ein Mensch, nach den Andern unten wie ein Fisch gestaltet. Ha�sig badet sie in der Wutach, oder sonnt, w�scht und k�mmt sich an deren User. Zu einem Fischer, welcher Nachts in dem Flusse zu fischen pflegte, kam sie �fters und sprach zu ihm: �Gehe mit mir zu dem Schatze, ber�hre di Kiste, worin das Geld liegt, dann mu� der B�se weichen, und du erh�lst all den Reichthum und erl�sest mich und meinen Vater miteinander.� Nach mehrmaligem Weigern folgte er ihr endlich; aber kaum war er unten, so trieb ihn die Angst wieder zur�ck. Mit Bewilligung des Fr�uleins nahm er das n�chste Mal einen Kapuziner von Waldshut mit hinab. In der ersten H�hle, in die sie kamen, befand sich nichts von besonderem Werthe, in der zweiten: kostbares Kirchenger�th nebst einem goldenen Regelspiel, und in der dritten der Hauptschatz: eine gro�e Eisenkiste voll Geld. Auf derselben lag aber ein schwarzer Pudel mit gl�henden Augen und spie Feuer. Bei diesem Anblick fiel der Fischer in Ohnmacht, worauf der Kapuziner ihn hinaus ins Freie brachte, und das Fr�ulein klagte, da� sie mit ihrem Vater nun wieder hundert Jahre lang unerl�s't bleiben m�sse.

In dem Schlo�gem�uer sind schon Nachts geharnischte M�nner zu Pferd und sch�ngekleidete Ritterfrauen gesehen worden.

9.

K�hner Sprung.

Landgraf Mar von St�hlingen, der sechs und einen halben Schuh hoch war, besa� eben so gro�e Gewandtheit, als St�rke. Die lange Treppe im Schlosse zu St�hlingen sprang er in drei S�tzen hinab und b�ndigte die wildesten Pferde dadurch, da� er sie am Schwanz ergriff und schnell seitsw�rts wendete. Bei einem Gelag auf dem erw�hnten stellte er mit dem Freiherrn von Wartenberg die Wette an: er werde eher auf seinem Ro�, als dieser auf dem seinigen sitzen, obgleich er dem Freiherrn, wenn derselbe in den untern Stock gekommen, noch im obern an der Treppe Antwort geben wolle. Nachdem der Wartenberger die Antwort, wie verabredet, erhalten hatte, eilte er vor das Schlo�, wo sein Rappe und des St�hlingers Schimmel aufgez�umt standen, und sieh! der Landgraf sa� bereits wohlgemuth im Sattel seines Riesenpferdes. Es war aus einem Fenster des obern Stockwerks darauf gesprungen und hatte nun durch diesen k�nen Streich die Wette gewonnen. Noch heutigen Tages kennt man das Fenster; und ein Hufeisen des Schimmels, so gro� wie eine Suppensch�ssel, ist lange Zeit im Zeughaus zu Donaueschingen aufbewahrt worden.

10.

Gespenst bei Schwaningen.

Auf einem Stege bei Schwaningen l��t sich in den heiligen N�chten ein gespenstiger Mann sehen. Ein Bauer des Orts, welcher einst sp�t aus dem Wirthshaus zu Oberwangen heimgehen wollte, wurde vor dem Geiste gewarnt, schrie aber in seinem Rausch, er wolle bald mit ihm fertig sein, und machte sich keck auf den Weg. Als er an den Steg kam und das Gespenst darauf stehen sah, wollte er es mit seinem Stock hinunterschlagen, allein er wurde von ihm am Finger gepackt, eine halbe Stunde weit gegen Dillendorf geschleppt und alsdann ohne Bewu�tsein liegen gelassen. Nach einiger Zeit kam er wieder zu Besinnung, aber der Finger, woran er geschleppt worden, war kohlschwarz und blieb es auch bis zu des Bauers Tode, der bald darauf erfolgte.

11.

Geist zur Ruhe gebracht.

Zu Wellendingen war ein lediger Schuhflicker bei seinem Bruder gestorben, welcher f�r blutarm gegolten hatte. In der Nacht nach seiner Beerdigung erschien er seiner Schw�gerin und sprach zu ihr: �Ich habe mir bei meinen Lebzeiten ein paar hundert Gulden in Gold erspart, die ich in einem angebundenen Beutel auf der blo�en Brust zu tragen pflegte; dieses Geld, von dem niemand wu�te, ist mit mir gegraben worden,und ich habe nun keine Ruhe, bis es von euch geholt wird.� Am Morgen erz�hlte die Frau ihrem Manne die Erscheinung, der dieselbe anf�nglich f�r einen Traum hielt, aber, als sie in der folgenden Nacht sich wiederholt hatte, den Pfarrer dar�ber um Rath fragte. Dieser hie� ihn und die Frau in der n�chsten Nacht wach bleiben und, wenn der Geist nochmals komme, dessen Begehren erf�llen. Um Mitternacht, als der Mann und die Frau hell wachten, erschien der Schuhflicker wieder und erneuerte seine Bitte; aber nur von der Frau konnte er gesehen und geh�rt werden. Da ging der Mann in der andern Nacht mit einem Bekannten auf den Kirchhof, �ffnete Grab und Sarg, und fand auf der Brust des Leichnams den Beutel mit dem Gelde. Denselben nahm er zu sich, machte Sarg und Grab wieder zu und brachte so seinen Bruder zu Ruhe.

12.

Dankbare Schlange.

Zu einem Biehm�dchen in Immeneich kam jeden Morgen und Abend zur Melkzeit eine gro�e Schlange in den Stall, welche auf dem Kopfe eine goldene Krone trug. Das M�dchen gab ihr allemal warme Kuhmich zu saufen. Als dasselbe, wegen eines Verdrusses, pl�tzlich aus dem Hause gekommen war, und die neue Viehmagd das erste Mal melken wollte, fand sie auf dem Melkstuhl die goldene Krone liegen, worin die Worte standen: Aus Dankbarkeit. Sie brachte die Krone ihrer Herrschaft, welche dieselbe dem abgekommenen M�dchen gag, f�r das sie bestimmt war. Seit dessen Verabschiedung ist die Schlange nicht wieder gesehen worden.

13.

St. Blasiens Reichthum.

Zu einem Mann, welcher im Kloster St. Blasien Stroh schnitt, kam eines Nachmittags der F�rstabt mit den zwei Vornehmsten seiner M�nche. Bei Erblickung des vielen geschnittenen Strohes sprach der F�rst: �So viel Stroh dies auch ist, so haben wir doch noch mehr Gold und Silber.� Der Mann erlaubte sich, dies zu bezweifeln, worauf die drei sagten, sie wollten ihm die Sch�tze zeigen, seine Augen verbanden und ihn wie er merkte, durch einen unterirdischen Gang f�hrten, der unter einem rauschenden Wasser hinwegging. Als ihm die Binde abgenommen wurde, befand er sich in einem Gew�lbe, welches unter dem dreifachen Verschlusse seiner Begleiter stand, und worin Gold und Silber, gem�nzt und in Stangen, klafterweis aufgesetzt war. Die Geistlichen verg�nnten ihm, sich so viel Silber zu nehmen, als er in beide H�nde fassen konnte, verbanden ihm dann wieder die Augen und f�hrten ihn ins Kloster ruc�ck.

St. Blasien hatte so viele Besitzungen, da� seine M�nche, wenn sie nach Rom reis'ten, jede Nacht in ihrem Eigenthum einkehren konnten.

14.

Ursprung der Todtmooser Wallfahrt.*

* Diese Sagen weichen g�nzlich ab von der Entstehungsgeschichte der Todtmooser Wallfahrt, welche Placidus Rauber beschrieben hat in dem Werke: K�rtze Histori. Unser lieben Frawen auff dem Schwartzwald in dem Todtmo� zum Sch�nb�hl. Friburgi Brisg. 1628.

1) Im Schwarzwald war vor Zeiten ein Sumpf, der wegen seiner t�dtlichen Ausd�nstung das Todtmoos hie�. Sp�ter siedelten sich in den W�ldern um ihn mehrere Waldbr�der und Holzhauer an. Als einst einer der letzteren an dem Sumpf eine Tanne f�llen wollte, rief aus ihr eine Stimme ihm dreimal zu: Halt ein! Er fragte, was sie wolle, worauf sie erwiederte: �Sage den Leuten, da� sie hier zu Ehren der Mutter-Gottes eine Kapelle bauen sollen.� Nachdem der Holzhauer dies ausgerichtet, untersuchte ein Priester den Baum und fand darin ein kleines h�lzernes Vesperbild. Dasselbe kam auf den Altar der Kapelle, die man neben dem Tannenbaum errichtete. Bald wurde dahin gepilgert, und es geschahen bei dem Bilde viele Wunder. Gegenw�rtig ist weder das Bild, noch die Tanne mehr vorhanden; ersteres jedoch durch eine treue Nachbildung in lebensgro�en Gestalten ersetzt.

2) Ein Einsiedler im Schwarzwald hatte �fters einen sch�nen Gesang geh�rt, ohne entdecken zu k�nnen, wo derselbe herr�hre. Nachdem er hierwegen eifrig gebetet, ging er einst wieder dem Gesang nach und kam zu einer Tanne, in deren Stamm ein h�lzernes Mariabild in einer Blende stand. Er verehrte es and�chtig und verk�ndete das Geschehene in der ganzen Gegend, worauf zu dem Baume gepilgert und dabei so viel geopfert wurde, da� unweit desselben eine Kapelle errichet werden konnte. Auf deren Altar stellte der Einsiedler verschiedene Mal das Bild, allein stets kehrte es von selbst in die Blende zur�ck. Da lie� er es endlich darin stehen und, als die Wallfahrten und Opfer immer zunahmen, �ber die Tanne eine sch�ne Kirche bauen, bei welcher das Dorf Todtmoos nach und nach entstand.

3) Auf dem St. Antoniusberge wollte man eine kleine Kirche bauen, aber was man am Tag auff�hrete, ward in der Nacht durch unbekannte Gewalt wieder eingerissen. Da warf der Maurer von dort seinen Hammer in Gottes Namen in die Luft, um zu erfahren, wohin das Kirchlein kommen solle. Derselbe fiel, eine halbe Stunde davon, in einer sumpfigen W�ste, die das Todtmoos hie�, bei einer Tanne nieder. Auf diesen Platz beschlo� man nun zu bauen, und als zu diesem Zwecke der Baum umgehauen wurde, fand sich darin ein h�lzernes Mariabild. Zu dem Kirchenbau wollte man sch�ne Felsen in der N�he verwenden, allein der Teufel machte sie unbrauchbar, indem er mit seinem Klauen die Ritze und Spalten hineinkratzte, welche heue noch zu sehen sind. Gleichwohl ward das Kirchlein aufgef�hrt, und darin das Bild zur Verehrung ausgesetzt. Auf dem Antoniusberg errichtete man ein Kreuz, wobei die Pilger zu halten und zu beten pflegen.

15.

Die Holzbeuge.

Auf einem Speicher zu Bernau befand sich seit lange eine Holzbeuge, welche die Hauseigenth�mer dort schon angetroffen hatten. Ohne jemands Zuthun stand diselbe bald auf deisem, bald auf jenem Platze des Speichers. Endlich wollte man sie zur Feuerung benutzen, aber beim Verbrennen der ersten St�cke brannte das ganze Haus ab. Als dieses wieder aufgebaut war, hatte auf dem Speicher sich auch wieder die Holzbeuge eingefunden, welche forthin niemand mehr anzufechten wagte.






Volkssagen aus dem Lande Baden
und den angrenzenden Gegenden.
Gesammelt und herausgegeben von
Bernhard Baader
Karlsruhe
Verlag der Herder'schen Buchhandlung
1851

Internet 1998

Rutgers University Libraries
PT919.B3B24 1973


Omnipædia Polyglotta
Francisco López Rodríguez
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